Durch die aktuell politischen Entscheidungen und Maßnahmen setzen auch unsere Kunden von PET vermehrt auf hohe Recyclinganteile in den Produkten. Um diesen neuen Maßstäben gerecht zu werden, wird momentan extern aufbereitetes Granulat zugekauft. Da man hierbei stark von den Marktpreisschwankungen und Qualitätsunterschieden der Lieferanten abhängig ist, wurde entschieden, das Rezyklat zukünftig selbst herzustellen.

Vorplanung/Genehmigung
Schon Anfang 2017 wurde der Entschluss gefasst, wie bereits im Glaswerk Steinbach am Wald geschehen, eine Recyclinganlage zu errichten. Diesmal jedoch für die Aufbereitung von Kunststoff. Nachdem die Dimension der Anlage geklärt wurde, musste noch ein passendes, freies Stückchen Grün am Standort Großbreitenbach ausgewählt werden. Zur Diskussion stand hier das Grundstück „Hohenfichtig“ östlich der Halle 6, welches sich aufgrund der großen Distanz zur bestehenden Produktion jedoch relativ schnell als unpassend herauskristallisierte. Zusätzlich wurde die Realisierung der neuen Anlage auf zwei weiteren Grundstücken in Betracht gezogen, die jedoch aus ähnlichen Gründen ebenfalls verworfen wurden.

Standort für neue Anlage wurde gewählt
Nach dem Ausloten der verschiedenen in Frage kommenden Grundstücke wurde dann ein entsprechender Standort für die neue Anlage gewählt. Der vor ca. sechs Jahren errichtete Mitarbeiterparkplatz nördlich des Autohauses im Gewerbegebiet musste somit kurz nach dessen Gewährleistungsende für den Neubau weichen. Im Dezember 2018 konnte dann nach anfänglichen Schwierigkeiten der Planer für die Genehmigungsplanung und statische Bemessung beauftragt werden. Parallel hierzu liefen Baugrunduntersuchungen, Vermessungsarbeiten, Schallimmissionsprognose sowie die Erstellung eines Brandschutzkonzepts. Die Genehmigungsunterlagen für den Neubau konnten Mitte April 2019 eingereicht werden. Anfang September wurde uns dann der ersehnte Genehmigungsbescheid erteilt und es konnte mit den Arbeiten begonnen werden. Zeitgleich kümmerte man sich um Ersatz für den bestehenden Mitarbeiterparkplatz mit ausreichend Erweiterungsmöglichkeiten. Im Juni 2019 erteilte die Behörde den entsprechenden Bescheid für den Neubau des Mitarbeiterparkplatzes, sodass mit dem Neubau desselbigen im Juli begonnen werden konnte. Fertigstellung des Parkplatzes war Ende September, beinahe eine Punktlandung! Mit dem Abbruch des bestehenden Parkplatzes wurde Mitte September begonnen, sodass die Mitarbeiter der PET bis auf einen kurzen Übergangszeitraum vom alten Parkplatz auf den neuen wechseln konnten.

Auftragsvergabe und Baubeginn
Nachdem Ende August alle Angebote über die Generalunternehmerleistung vorlagen und der bevorstehende Winter allen Beteiligten schon den Schweiß auf die Stirn trieb, wurde noch innerhalb des Augusts die Leistung an die Firma Max Bögl vergeben, die auch den Zuschlag für den Neubau des Glaswerks in Schleusingen erhalten hatte. Durch die Hand-in-Hand-Arbeit aller Beteiligten konnte nach ca. einer Woche Parkplatzabbrucharbeiten ab Anfang Oktober mit den Fundament- und Kanalarbeiten begonnen werden. Ende November kam ein „alter Bekannter“ der Firma Wiegand-Glas auf die Baustelle. Der vorher in Schleusingen durch die Firma Max Bögl genutzte 280 Tonnen Raupenkran wurde in Schleusingen demontiert und auf dem Baufeld in Großbreitenbach aufgebaut. Umgehend wurde mit der Stellung der Fertigteile begonnen und spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde auch den Großbreitenbacher Anliegern bewusst: „Die machen Ernst!“. Seit Ende November wachsen nun das Gebäude und die zugehörigen Außenanlagen/Arbeiten im Umgriff von Tag zu Tag mehr. Bis Mitte Februar wurden ca. 750 Fertig- und Deckenteile verbaut. Ein kurzer Wintereinbruch hat den Bauverlauf etwas nach hinten geworfen, sollte jedoch den straffen Zeitplan nach aktuellem Stand nicht negativ beeinflussen. Gemäß Zeitplan werden ab Juni 2020 die ersten Maschinen und Aggregate angeliefert. Das Gebäude soll zum Ende des dritten Quartals 2020 fertiggestellt werden. Zum Ende des Jahres soll die Anlage dann vollständig in Betrieb gehen und Regranulat für die eigene Produktion liefern.

Anbindung an den Bestand
Im Zuge der Baumaßnahme wird eine ca. 45 Meter lange Brücke über die östlich des Baufeldes gelegene „Werksstraße“ erbaut. Diese endet in einem Treppenhaus, welches direkt in die bestehende Produktion der Halle 2 eingebunden wird. Diese Brücke dient zum einen als Fußgängerbrücke zur Verbindung der beiden Bereiche Produktion und Recyclinganlage, zum anderen werden die Materialleitungen, in welchen das gewonnene Rezyklat transportiert wird, innerhalb der Brücke zum Materialbahnhof im Bestand verzogen. Im Bereich des Materialbahnhofs werden ebenfalls umfangreiche Baumaßnahmen stattfinden, um eine reibungslose Anbindung der Recyclinganlage zu gewährleisten.


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