Die Geschäftsführer von Wiegand-Glas, Nikolaus Wiegand, Heinz-Glas, Carl-August Heinz und Gerresheimer Tettau, Bernd Hörauf, eröffneten am 20. April 2012 im Europäischen Glasflakonmuseum in Kleintttau gemeinsam die Sonderausstellung „Glas vom Rennsteig".

Bereits seit einigen Jahren kämpfen die Geschäftsführer gemeinsam für bessere Standortbedingungen. Sie waren gemeinsam in Brüssel und in Berlin zwecks Emissionszertifikatenhandel. Derzeit kämpfen sie darum, die Wettbewerbsnachteile, mit denen sie im Zuge der Energiewende konfrontiert werden, gegenüber anderen Ländern zumindest zu minimieren.
Bei der Eröffnung waren zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft vertreten. „Können Sie sich vorstellen, dass eine gemeinsame Präsentation unter einem Dach vor 60 Jahren möglich gewesen wäre? freute sich der Tettauer Bürgermeister, Hans Kaufmann. Er bedankte sich bei den anwesenden Unternehmern Carl-August Heinz, Nikolaus Wiegand und Bernd Hörauf für die dreistelligen Millionensummen an Investitionen in den letzten zehn Jahren in der Region und die damit verbundene Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Er betonte aber auch die Unterstützung für die Glasindustrie durch die Kommunalpolitik.

Die Ausstellung „Glas vom Rennsteig" ist noch bis Ende Juli zu sehen. Gezeigt wird unter anderem ein geschichtlicher Umriss der drei Glashütten, von deren Entstehung bis zur Gegenwart. Die Besucher werden auf eine Zeitreise mitgenommen, beispielsweise in jene Epoche, in der Brennholz und später die Kohle zur Produktion von Glas verwendet wurden. Gezeigt werden des Weiteren verschiedene Glasformen und –muster ebenso wie Glasflakons und Flaschen, gemustert, bedruckt, mattiert etc. Dargestellt werden aber auch die Vielzahl von Berufen und Weiterbildungsmöglichkeiten, die die Glasindustrie im oberen Frankenwald anbietet. Es soll dokumentiert werden, dass die Menschen und vor allem auch die junge Generation in der Glasindustrie eine Zukunft und Perspektiven haben.

Der stellvertretende Vorsitzender des Glasbewahrervereins, Wolfgang Hammerschmidt, wies darauf hin, dass die Glasbewahrer als Leiter des Glasmuseums sich mit dieser Aktion bei den Unternehmern Carl-August Heinz, Nikolaus und Oliver Wiegand sowie Bernd Hörauf für ihren Einsatz für die Region und für die Bevölkerung bedanken möchten.

Der Geschäftsführer von Gerresheimer Tettau, Bernd Hörauf, sprach im Namen von Carl-August Heinz und Nikolaus Wiegand. Sie hätten sich für eine gemeinsame Ausstellung entschieden, da Glas verschiedene Funktionen habe. Glas bedeute mit der Region und den Menschen verwurzelt zu sein. Diese Verwurzelung, die auch künftig bestehen bleiben wird, soll damit unterstrichen werden. Gezeigt werden soll aber auch, dass eine sogenannte „Altindustrie" modern sein und sich am internationalen Markt behaupten könne. Es sei für ihn ein bewegender Moment, so Landrat Oswald Marr. Drei Unternehmen in der fränkischen Rennsteig-Region, die für ihre Heimat stehen und vielen Menschen Arbeit geben, in einer gemeinsamen Sonderausstellung zu erleben.

Noch vor wenigen Jahren habe die Glasindustrie eher im Verborgenen agiert, Öffentlichkeitsarbeit fand kaum statt. Dies habe sich nun geändert. Mittlerweile nehme auch die Bevölkerung im Landkreis wahr: „Da oben tut sich was!".

Geöffnet hat das Europäische Glasflakonmuseum von Montag bis Freitag von 8.00 bis 17.00 Uhr, Samstag, von 10.00 bis 16.00 Uhr. Jeden ersten Samstag im Monat finden von 12.00 bis 15.00 Uhr Glasmachervorführungen am Glasofen statt.
Termine für Gruppenbesichtigungen auch an Sonn- und Feiertagen nach Vereinbarung möglich. Kontakt: 09269/77100 oder museum@glasbewahrer.de


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