Nach mehrmonatigen komplexen Verhandlungen war es am 28. März endlich soweit: die Verträge zum Erwerb des Hotfill-Geschäftes der LOG GmbH in Grabsleben konnten unterzeichnet werden.

Die Übernahme erfolgt im Rahmen eines sog. „Asset-Deals“. Dies bedeutet vereinfacht gesagt, dass die Wirtschaftsgüter eines Unternehmens (z.B. Anlagen, Maschinen, Rechte, usw.) erworben, und zu einem bestimmten Stichtag auf den Käufer übertragen werden. Ab 02.01.2014 werden alle für die Produktion erforderlichen Anlagen in Grabsleben abgebaut und nach Großbreitenbach gebracht, um dann dort wieder in Betrieb genommen zu werden. Bereits ab dem 02. April 2013 wurden alle Vertriebs- und Marketingaktivitäten der LOG GmbH übernommen.

Um welche Produkte und um welches Fertigungsverfahren geht es eigentlich, wenn wir von „HotFill“-Flaschen sprechen? Um diese Frage beantworten zu können, ist es erforderlich, sich mit den physikalischen Eigenschaften von PET zu befassen. Aufgrund seiner molekularen Struktur ist PET nur bis zu einer Temperatur von ca. 60°C formstabil. Normale Einweg-PET Flaschen müssen somit bei deutlich niedrigeren Temperaturen abgefüllt werden. Um jedoch auch Produkte, die bevorzugt heiß abgefüllt werden (z.B. Babynahrung, Saucen, usw.) in PET anbieten zu können, benötigt man eine spezielle Fertigungstechnologie, die den Flaschen auch bei Temperaturen jenseits der 80°C Stabilität verleiht. Um dies zu erreichen, bedarf es – neben einem modifizierten PET-Granulat - auch einer speziellen Fertigungstechnologie, die wir von LOG übernehmen werden. Wie beim herkömmlichen 2-stufigen Streckblasprozess werden auch bei HotFill-Flaschen die Preforms im Ofen der Blasmaschine erhitzt. Im Gegensatz zur „normalen“ Flaschenproduktion mit gekühlten Blasformen werden bei der HotFill-Flaschenherstellung jedoch bis zu 130°C heiße Blasformen eingesetzt. Sobald sich das PET an die heiße Blasform anlegt, beginnt es kristalline Bereiche zu bilden, die dann später dafür sorgen, dass sich die Flaschen auch bei Temperaturen >80°C nicht mehr verformen. Die Kühlung während des Blasprozesses erfolgt über eingeblasene Spülluft. Wenn die HotFill-Flaschen dann abgefüllt wurden, entsteht beim Abkühlen auf Raumtemperatur, ähnlich wie beim Einkochen von Früchten oder Marmelade, ein Vakuum in der Flasche, welches normalerweise zu einer Verformung der Flasche führen würde. Um dies zu verhindern, weisen HotFill-Flaschen eine spezielle Geometrie auf, die den beim Abkühlen entstehenden Kräften widersteht und die Flasche so in Form hält.

Für uns ist die Aufnahme von HotFill-Flaschen in unser Produktionsprogramm ein weiterer wichtiger Baustein, um uns weiter zu diversifizieren und neue Märkte aufzubauen.

Mit der Übernahme der Technologie und des Know-Hows der LOG GmbH sehen wir uns hierfür bestens gerüstet.


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